Kettenbücher

Kettenbuch_2
(Bild von Wikipedia)

Dass Bibliotheksbücher nicht nur in der heutigen Zeit die Eigenart entwickeln, Füße zu bekommen und auf nimmerwiedersehen zu verschwinden, sieht man an Kettenbüchern wie dem obigen Exemplar.

Diese Form der Bestandssicherung war in den Klosterbibliotheken Europas bis ins 16. Jahrhundert hinein weit verbreitet. Am hölzernen Bucheinband wurde eine schwere, meist eiserne Kette befestigt, mit der das Buch am Lesepult oder direkt am Regal befestigt werden konnte. Und um auch noch Seiten herausreißende Vandalen abzuschrecken, finden sich in den meisten dieser Handschriften auch noch saftige Bücherflüche, die einem die grausamsten Qualen androhen, sollte man seine Hand gegen das Buch erheben. Verständlich, wenn man bedenkt, wie lange ein einzelner Schreiber für sein Werk brauchte und dafür Rückenschmerzen, Gelenkverschleiß und Augenschäden in Kauf nahm.

Eigentlich heißt es ja, dass Kettenbücher der Vergangenheit angehören und dass es durch moderne Sicherungsetiketten unnötig ist, Bücher ans Regal zu fesseln.
Wer sich aber ein bisschen aufmerksamer umsieht, findet hier und da noch ein paar moderne Vertreter dieser Spezies. Ich empfehle einen Ausflug in die nächstgrößere Kunstgalerie, ein Museum oder auch die juristische Abteilung der Unibibliothek.
Teure Ausstellungskataloge, Loseblattsammlungen oder Nachschlagewerke baumeln gar nicht so selten am Ende einer Kette.

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Wir sind zwei Bibliotheksassistentinnen, im Volksmund auch "Bibliotheksdrachen" genannt, aus Bayern. Drache1 arbeitet in einer kleinen Museumsbibliothek, während Drache2 in einer großen Universitätsbibliothek arbeitet. Beide Bibliotheken möchten wir aus Gründen der Anonymität nicht mit Namen nennen.

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