Fragen, die nur ein Bibliothekar beantworten kann

Die neue Serie, die durch Irrungen und Wirrungen des bibliothekarischen Alltags führen soll. Viel Vergnügen mit

Frage Nummer 1:

„Sind Sie hier Bibliothekarin?“

Diese Frage wird von Bibliotheksbesuchern sehr gerne an die Person gerichtet, die gerade Bücher ins Regal zurückstellt, während neben ihr ein Bücherwagen steht, dessen metallene Bretter unter der Last des Wissens den Büchern bald zusammenbrechen.
Respektive wird auch die junge Dame gefragt, die an einem Computer sitzt, welcher sich wiederum auf oder hinter etwas befindet, über dem das Schild „Ausleihe / Rückgabe“ hängt.
Auch der von Büchern umringte, Signaturen vergebende und Etiketten klebende junge Mann mit Namensschild am Revers, der sich hinter Bergen aus Neuerwerbungen und buchbinderischen Pflegefällen verschanzt hat, ist vor dieser Frage nicht gefeit.

Unbestätigten Studien zufolge stellt in jeder Bibliothek von hier bis nach Kleinniederhinterbieselbach mindestens einmal am Tag ein unbedarfter Lesewilliger diese Frage an schwer arbeitende Bibliotheksmitarbeiter. Ebenfalls unbestätigten Studien zufolge kann sie bei dem Befragten akute Aggressionen auslösen.
Antworten wie:

„Nein. Sehen Sie denn nicht, dass ich hier mit Kamin kehren beschäftigt bin“
oder ausfällige Bemerkungen wie
„Ich weiß nicht. Ich glaube ja. Oder nein. Die Stimmen in meinem Kopf streiten sich ständig“, sind allerdings nicht zu tolerieren.

Die eigentliche Bedeutung dieser Frage liegt nämlich nicht allein darin, die Handlungsbefugnis des Befragten herauszufinden. Der Leser möchte damit sagen:
„Ich habe ein Problem. Ich brauche Informationen, die ich nicht finden kann. Informationen, die wenn überhaupt nur ein Bibliothekar für mich herausfinden kann. Ich brauche DRINGEND die Hilfe Eurer Allwissenheit, o weiser Zampano Bibliothekar! Erhöhret mein Flehen!“

Was unserem Berufsstand natürlich sehr schmeicheln sollte.
Um Missverständnissen vorzubeugen, empfehlen wir jedem Informationssuchenden mutig auf den vermeintlichen Bibliothekar zuzugehen, ihn höflich aber bestimmt um Auskunft zu bitten und direkt sein Anliegen vorzutragen.

„Entschuldigung, ich suche ein Buch mit dem Titel Gespür für Schnee* und finde es nicht. Können Sie mir bitte helfen?“ führt in jedem Fall eher zum Ziel als die schnöde Frage:
„Arbeiten Sie hier?“

*“Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ von Peter Hoeg

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Wer wir sind

Wir sind zwei Bibliotheksassistentinnen, im Volksmund auch "Bibliotheksdrachen" genannt, aus Bayern. Drache1 arbeitet in einer kleinen Museumsbibliothek, während Drache2 in einer großen Universitätsbibliothek arbeitet. Beide Bibliotheken möchten wir aus Gründen der Anonymität nicht mit Namen nennen.

Was wir wollen

Wir möchten mit diesem Blog über die Arbeit, die Bibliotheken und Bibliothekare tagtäglich leisten, berichten. Außerdem möchten wir Lesetipps geben, besonders schöne Bibliotheken vorstellen und Vorurteile gegen unseren Berufsstand entweder bestätigen oder hinwegfegen ;-D

Wieso "Bibliotheksdrachen"?

Verzweifelter Ausruf eines angehenden Doktoranden: "Je älter und wertvoller das Buch, desto größer der Drache, der es bewacht."

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Zuletzt aktualisiert: 11. Apr, 10:14

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