Filmtipp - The Quest

The-Libarian

Vielleicht hat ihn der ein oder andere diesen Film von 2004 schon ein mal im Fernsehen gesehen. Die Handlung ist recht schnell zusammengefasst und zeichnet sich durch einen erfrischenden Mangel an Ernsthaftigkeit aus.

Flynn Carsen (Noah Wyle) hat die Dreißig überschritten, zahlreiche Studienabschlüsse und studiert noch immer. Seine Studienkollegen kennt er nicht einmal beim Namen, aber das ist ihm egal. Immerhin hat er seine Bücher und sein Wissen – was will man mehr. Das macht ihn auch zum Sorgenkind seiner Frau Mama, die ihn mit aller Macht und am besten mit einer Schwiegertochter am Arm aus dem Haus haben will.

Nachdem die Archäologiestudenten eine Miniaturpyramide in einem Museum aufgestellt haben, wird Flynn von seinem Professor hinausgeworfen und steht nun vor der schwierigen Aufgabe einen Job zu finden. Aber die Suche danach wird ihm abgenommen, denn ein geheimnisvoller Brief flattert ihm ins Haus. In dem Schreiben verkündet eine leuchtende Schrift, dass er ein Vorstellungsgespräch als Bibliothekar bekommen hätte.
In diesem Gespräch hat Flynn nur eine einzige Frage zu beantworten.

„Warum glauben Sie, Sie wären der Bibliothekar?“

Dank seines über die Jahre hinweg aufgestauten Wissens kann er die Personalchefin Charlene (Jane Curtis) und den eigentlichen Behüter der Bibliothek Judson (Bob Newhart) von seiner Qualifikation überzeugen – und stellt bald darauf fest, dass in dieser Bibliothek die richtige Systematisierung nach Dewey-Dezimalklassifikation nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt.

Als er seinen neuen Arbeitsplatz betritt, geht ihm gleich das Schwert Excalibur an die Gurgel. Die Büchse der Pandora sollte man als Bibliothekar auch besser zugeklappt lassen und wenn man beim Aufräumen an die Bundeslade stößt, bekommt man einen elektrischen Schlag. Außerdem beherbergt die geheime Bibliothek auch eines der drei Teilstücke vom „Speer des Schicksals“, mit dem angeblich Jesus am Kreuz die Wunde beigebracht wurde.

Als dieses Fragment des Speers in der folgenden Nacht gestohlen wird, ist es seine Aufgabe, dieses und die zwei anderen in der Welt versteckten Teilstücke wieder zurück zu holen, da der Speer seinem Besitzer angeblich die absolute Macht verleiht. Einziger Hinweis auf den Verbleib der anderen Stücke ist ein Buch, das in der „Sprache der Vögel“ verfasst ist, welche laut Film von allen Menschen gesprochen wurde, bevor Gott nach dem biblischen Turmbau zu Babel entschied, den Menschen verschiedene Sprachen zu geben. Flynn schafft es jedoch, die Sprache im Flugzeug auf dem Weg zum zweiten Speerfragment zu lernen.
Wie er das schafft? Na, Flynn ist ein Genie! ;-D

Hilfe bei seiner Aufgabe erhält er von einer weiteren Angestellten der Bibliothek, Nicole Noone (Sonya Walger), die sich die Schuld am Tod des vorherigen Bibliothekars und ihres Geliebten, Edward Wilde (Kyle MacLachlan) gibt. Der ist aber – welch Überraschung – noch am Leben, der Anführer einer „Bruderschaft der Schlange“, welche – wir ahnen es schon – den Speer geklaut hat.

Eine wilde Verfolgungsjagd vom Amazonas bis in den Himalaya schließt sich an, bei der in bester Indiana Jones-Manier Holzbrücken zerbröseln, Pfeile aus Wänden schießen, Tempel einstürzen und Bösewichter verprügelt werden.

Die Special Effects sind etwa auf dem Stand von mittelteuren TV-Produktionen, die Geschichte teilweise haarsträubend unrealistisch und vielleicht wird der Film auch deshalb bei wikipedia als „Abenteuerfilmparodie“ bezeichnet.
Aber die Geschichte um den tollpatschigen Bibliothekar Flynn Carsen ist trotz einiger filmtechnischer Mängel sehr unterhaltsam. Noah Wyle verkörpert die Figur des notorischen Klugscheißers derart liebenswürdig, dass man sich seinem Charme kaum entziehen kann.

Was aber wundert, ist der Titel. In Amerika unter dem Titel „The Librarian“ inzwischen eine erfolgreiche Reihe (bereits zwei Fortsetzungen), hielten es die Vermarkter in Deutschland für besser sie unter dem Titel „The Quest“ also „Die Suche“ herauszubringen.
Auch ein Zeichen dafür, welch antiquiertes Bild der Begriff „Bibliothekar“ in Deutschland hervorruft?

Einer meiner Lieblingssätze aus dem Film: "Ich bin der einzige, der die Welt retten kann?" (allgemeines Nicken) "Das ist irgendwie ... traurig."

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