Montag, 30. August 2010

Aufstellung - Numerus currens

Numerus was?
So in etwa reagierte ich, als man mir diesen Begriff in der Ausbildung das erste mal entgegenschleuderte. Wie eine Bibliothek auszusehen hatte, glaubte ich durch Aufenthalte in der Stadtbücherei zu wissen. Nach Themen sortiert stehen die Bücher in ihren Regalen und der Leser stöbert in dem Bereich, der ihn interessiert.
Das ganze nennt sich dann Freihandaufstellung

Fast jede Bibliothek hat aber auch noch ein Magazin, in dem die Bücher aufbewahrt werden, die weniger oft benötigt werden, alt oder schlicht und einfach für die Freihandaufstellung ungeeignet sind.

In einem Magazin ist es vor allem eines - eng!
Meistens handelt es sich bei den Magazinregalen um sogenannte Rollregale, die auf Schienen mithilfe eines Hebels bzw. per Knopfdruck verschoben werden können. Größere Bibliotheken sorgen sogar mittels Zeitschaltuhren dafür, dass die Regale tanzen und die Bücher so jeden Abend etwas Luft bekommen. Was durchaus zu kleineren Unfällen führen kann. Nach dem Magazinbestand gefragt, antwortet der dort tätige Bibliothekar schon mal augenzwinkernd:
"So und so viel tausend - und ein paar Zerquetschte."

Die platzsparendste Methode ist die Aufstellung nach numerus currens, d. h. nach Zugangsnummer. Die Bücher werden, unabhängig von ihrem jeweiligen Fachgebiet, nach fortlaufender Nummer eingestellt.
Wenn also Lieschen Müllers Topflappenbuch als 320. Buch in die Bibliothek kam und "Geschichte des gemeinen Feldkarnickels" als 321. Buch - dann stehen diese beiden, eigentlich grundverschiedenen Bücher nebeneinander. Ebenso kann es passieren, dass ein dreibändiger Roman unter Nummer 7, 45 und 176 zu finden ist.

Für die Magazinaufstellung spielt die Fachgruppe keine Rolle, denn immerhin muss sich hier nicht der Benutzer, sondern nur der Bibliothekar zurecht finden. Der Benutzer bestellt (mittels Opac) das gewünschte Buch, das Buch wird aus dem Magazin geholt und direkt dem Leser übergeben. Stöbern im klassischen Sinn ist da natürlich nicht möglich.

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Die Bibliotheks - Drachen

Von Bibliotheken, Drachen und Leseratten

Bildlich

Ein einzigartiger Bibliothekar aus Terry Pratchetts Scheibenweltuniversum. Gemalt von Paul Kidby

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Wir sind zwei Bibliotheksassistentinnen, im Volksmund auch "Bibliotheksdrachen" genannt, aus Bayern. Drache1 arbeitet in einer kleinen Museumsbibliothek, während Drache2 in einer großen Universitätsbibliothek arbeitet. Beide Bibliotheken möchten wir aus Gründen der Anonymität nicht mit Namen nennen.

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Wir möchten mit diesem Blog über die Arbeit, die Bibliotheken und Bibliothekare tagtäglich leisten, berichten. Außerdem möchten wir Lesetipps geben, besonders schöne Bibliotheken vorstellen und Vorurteile gegen unseren Berufsstand entweder bestätigen oder hinwegfegen ;-D

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Verzweifelter Ausruf eines angehenden Doktoranden: "Je älter und wertvoller das Buch, desto größer der Drache, der es bewacht."

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