Montag, 10. Mai 2010

Der 10. Mai

Wenn ich allein bin, werden meine Ohren lang,
Meine, meine Pulse horchen bang
Auf queres Kreischen, sterbenden Gesang
Und all die Stimmen scheeler Leere.

Wenn ich allein bin, leck ich meine Träne.

Joachim Ringelnatz

Überhaupt, die Geschichte! die ist, so wie sie der Jugend gelehrt wird, die Hauptquelle der Kriegsbewunderung. Da prägt sich schon dem Kindersinne ein, daß der Herr der Heerscharen unaufhörlich Schlachten anordnet; daß diese sozusagen das Vehikel sind, auf welchem die Völkergeschicke durch die Zeiten fortrollen; daß sie die Erfüllung eines unausweichlichen Naturgesetzes sind und von Zeit zu Zeit immer kommen müssen, wie Meeresstürme und Erdbeben; daß wohl Schrecken und Greuel damit verbunden sind, letztere aber voll aufgewogen werden: für die Gesamtheit durch die Wichtigkeit der Resultate, für den einzelnen durch den dabei zu erreichenden Ruhmesglanz, oder doch durch das Bewußtsein der erhabensten Pflichterfüllung.

Die Waffen nieder! - Bertha von Suttner

Zwei Werke von zu vielen, die heute vor 77 Jahren unter hochtrabendem Gerede in die Flammen geworfen wurden. Allesamt vom Bibliothekar Dr. Wolfgang Herrmann auf die Liste "Verbrennungswürdige Bücher" gesetzt.
In Buchstaben gesetzte Gedanken und Ideen, vor denen sich diejenigen fürchteten, die selbst Furcht verbreiten wollten - und es schließlich auch aufs Grausamste taten.

Verzweifelt und wütend zugleich klingen da die Zeilen von Oskar Maria Graf, dessen Werke als "lesenswert" eingestuft wurden:
Verbrennt mich! Nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbande gelangen. Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selber wird unauslöschlich sein wie eure Schmach!

Die Bibliotheks - Drachen

Von Bibliotheken, Drachen und Leseratten

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Wer wir sind

Wir sind zwei Bibliotheksassistentinnen, im Volksmund auch "Bibliotheksdrachen" genannt, aus Bayern. Drache1 arbeitet in einer kleinen Museumsbibliothek, während Drache2 in einer großen Universitätsbibliothek arbeitet. Beide Bibliotheken möchten wir aus Gründen der Anonymität nicht mit Namen nennen.

Was wir wollen

Wir möchten mit diesem Blog über die Arbeit, die Bibliotheken und Bibliothekare tagtäglich leisten, berichten. Außerdem möchten wir Lesetipps geben, besonders schöne Bibliotheken vorstellen und Vorurteile gegen unseren Berufsstand entweder bestätigen oder hinwegfegen ;-D

Wieso "Bibliotheksdrachen"?

Verzweifelter Ausruf eines angehenden Doktoranden: "Je älter und wertvoller das Buch, desto größer der Drache, der es bewacht."

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Zuletzt aktualisiert: 11. Apr, 10:14

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