Donnerstag, 15. Juli 2010

Die Kölner Kunst- und Museumsbibliothek

Seit 1957 ist die Kölner Kunst- und Museumsbibliothek wichtige Anlaufstelle für Studenten, Forscher, Museen und Künstler.
Nun ist die Stadt Köln pleite und fände es toll, diesen Klotz am Bein - 400.000 Bände, Sonderbestände, Bildarchiv - los zu werden. Und zwar möglichst schnell.

Damit das nicht passiert, hat der Verein "Freunde der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln e. V." zu einer Unterschriftenaktion aufgerufen. PDF Unterschriftenliste

Deshalb auf diesem Weg die Bitte an alle Bibliotheksbenutzer. Tragt euch bitte ein und helft mit, diese Bibliothek für die Öffentlichkeit zu erhalten.

Infos zur Kölner Kunst- und Museumsbibliothek

Interview mit der Leiterin der KMB

Donnerstag, 15. Juli 2010

Liebesbrief

Folgendes trug sich vor vielen Jahren in einer mittelgroßen ÖB kurz vor dem Valentinstag zu:

Ich saß nichtsahnend am Informationsschalter, als ein süßer Junge auf mich zukam und mir einen zusammengefalteten Zettel zusteckte. Er blickte mich erwartungsvoll an. Verwundert faltete ich den Zettel auseinander und traute meinen Augen kaum! Ich möchte euch den Text nicht vorenthalten, leider kann ich mich an den genauen Wortlaut nicht mehr erinnern. Aber der Text lautete in etwa:

"Hi! ich finde dich wahnsinnig toll und süß! Hättest du Lust dich mit mir zu treffen? Dann ruf mich doch an, die Telefonnummer ist xxx"

Ob das ganze nur ein Auswuchs der Sentimentalität die alle Singles kurz vorm Valentinstag befällt war, oder ob er es wirklich ernst meinte, habe ich leider nie herausgefunden. Da ich zu dem Zeitpunkt schon vergeben war, musste ich dem armen Jungen einen Korb geben ....

Euer Drache 2

Fragen - Nr. 4

Kleiner Ausflug in die Öffentliche Bibliothek (hach, lang ists her...)
Was antwortet Bibliotheks-Azubiene einer Mutter, die mit folgender Suchanfrage an sie herantritt:

"Ich suche ein Bilderbuch für meine Tochter. Es soll schöne Illustrationen haben und auf jeden Fall für Mädchen sein. Aber nichts rosarotes, keine Prinzessinnen, kein Glitzer, keine Ponys, keine Feen oder Hexen und es darf gerne etwas kritisch sein. Haben Sie sowas da?"

Erster Einfall: Der Regenbogenfisch
Eine rührende Geschichte übers Teilen und Freunde finden.
Nein, das glitzert ja.

Zweiter Einfall: Prinzessin Isabella von Cornelia Funke
Nein, nein, nein. Keine Prinzessinnen.

Es folgen noch gefühlte tausend andere Vorschläge und während das Töchterlein in den Bilderbuchkisten wühlt, stelle ich Muttern ein Sammelsurium an lesenswerten Kinderbüchern zusammen.
Die kleine Raupe Nimmersatt hätte sie schon tausendmal gelesen.
Reginald Tyrannosaurus sei doch eher was für Jungs
Ferdinand der Stier wäre zu antiquiert.
Prinzessin Pfiffigunde sei auch nichts (trotz motorradfahrender Prinzessin auf dem Cover)
Mats und die Wundersteine glitzert und ist mit dem geteilten Ende dann doch zu anspruchsvoll...

Schließlich findet Frederick ihre gnädige Zustimmung und das Kindelein wird wieder zu Muttern gerufen.
Töchterchen schleppt mehr Bilderbücher an, als so ein kleiner Mensch eigentlich tragen kann und verkündet strahlend, dass sie "die alle" haben will.

Was wars?
lillifee

Die beste Antwort auf die Frage:
"Was haben Sie für mein Kind da?" lautet eigentlich immer:
"Lassen Sie ihr Kind selber aussuchen."

Bei spezifischeren Themen wie Scheidung, (Homo)Sexualität, Krankheit, Tod etc. die via Bilderbuch angesprochen werden sollen, helfen wir Bibliothekare natürlich gerne weiter und im Zweifelsfall muss sich auch keiner schämen, wenn er vor der Ausleihe nachfragt, ob das Buch denn "dem Alter entspricht".

Dienstag, 13. Juli 2010

Hitzewelle

Nach der Fröstelära folgt unweigerlich die Hitzewelle. Seit Tagen ächzt, stöhnt und brutzelt alles vor sich hin und wer Abkühlung wünscht, muss lange suchen.

Die Schattenplätze im Freibad sehen aus wie der Strand von Bibione zur Hauptsaison und zwischen Handtücher, Wasserbällen und Picknickkörben passt kein Grashalm mehr. An den Seen erfreut man blutsaugendes Getier mit seiner Anwesenheit und die Eisdielen schaffen auch nur inwendige Kühlung.
Was tut also ein Bibliotheksdrache?

Methode 1 (nur möglich wenn Garten oder Balkon vorhanden):
Gartencafé eröffnen. Dazu Stuhl und Tischchen in den Garten stellen, Tisch mit reichlich Flüssigkeit und Obst-, Gemüseschnittchen bestücken, leichte Lektüre zur Hand nehmen und bei extremer Hitze: Füße ins Planschbecken / Waschwandl / Eimer.

Zur leichten Lektüre (für mehr reicht die Konzentration nicht) empfehlen wir:
Chicklit von Kerstin Gier z. B. Für jede Lösung ein Problem
Comic-Hefte wie Asterix, Garfield oder Lucky Luke
Nonsens wie Christopher Moores Die Bibel nach Biff

Methode 2 (falls weder Garten noch Balkon noch Schatten vorhanden):
Die örtliche Bücherei besuchen.
Meistens ist es dort wesentlich kühler als in irgendwelchen Cafés, man wird nicht gezwungen sich etwas zu bestellen und kann sich quer durch den Buchbestand lesen.
Vier Beispiele für einige ost- und oberbayerischen Büchereien mit Wohlfühlfaktor:

Straubing - Bibliothek im Salzstadl
Leserfreundlich, hell und gemütlich eingerichtete Bibliothek in historischem Gebäude direkt an der Donau und mit integrierter Artothek. Zum Literatur- kommt auch noch der Kunstgenuss.

Stadtbücherei Regensburg im Thon-Dittmer-Palais
Verwinkelte Bücherei mit vielen Leseecken, großer Musikabteilung und einer in den Bestand integrierten "Amerikanischen Bibliothek"

Stadtbücherei München Schwabing
Im Gegensatz zur Zentrale am Gasteig (Schulflur-Atmosphäre :-/) überaus gemütliche Stadtteilbücherei. Ein großes Schaufenster lässt jede Menge Licht in die Räume. Ein Lesecafé mitsamt Kaffeeautomat steht zur Verfügung, der Bestand ist umfangreich und sehr aktuell gehalten und die Zeitschriftenauswahl ein Traum.

Stadtbücherei Landshut
Ebenfalls im alten Salzstadl angesiedelt, der zwar nicht am nächsten Fluss, dafür aber mitten in der historischen Altstadt liegt. Über drei Geschosse Literatur, Lesenischen und knarzende Holztreppen. Da kann die Zeit schon mal stehen bleiben.

Wir finden auf unseren Reisen bestimmt noch mehr schöne Leseorte. Demnächst wird Franken in Angriff genommen ;-)

Mittwoch, 7. Juli 2010

Bookcrossing

Jeder Lesesüchtige kennt die Situation. Das Bücherregal quillt über, die gebundenen Schätzchen werden schon in dritter Reihe aufgestellt und gestapelt und der treusorgende Lebens(abschnitts)partner lässt zur Sicherheit den Statiker kommen, um die Traglast des Bodens zu überprüfen.

Und obwohl wir wissen, dass weder in den Regalen, noch auf dem Boden, dem Fensterbrett oder dem zweckentfremdeten Fernsehkasten noch Platz ist und sich der BuB (= Berg ungelesener Bücher) inzwischen mit dem Mount Everest messen könnte - wir können halt doch nicht an einer Buchhandlung vorbei gehen. Oder an der vielversprechenden Flohmarktkiste voller angestaubter Klassiker.

Dabei sind - seien wir ehrlich - nicht wenige Fehlkäufe in dieses Sammelsurium aus Literatur geraten. Manchmal versprechen Klappentext und Cover eine tolle Geschichte und am Ende legt man das Buch enttäuscht zur Seite. Es soll Menschen geben, die können ihre Bücher dann tatsächlich wegwerfen.
Ich gehöre nicht dazu. Ein Buch wegzuwerfen geht einfach nicht. Genausogut könnte man mich zwingen, kleine Hunde zu foltern.

ABER: Vielleicht gefällt ja jemand anderem mein Buch? Irgendwo in der großen weiten Welt gibt es jemanden, der dieses Buch unbedingt haben will.
Und dafür gibt es Bookcrossing .
Der Slogan dieser Bewegung lautet "Make the world a library" und ist ähnlich wie das immer beliebter werdende Geocaching aufgebaut. Man registriert erst sich selbst und dann seine Bücher kostenlos, stattet die Bücher mit Etiketten (zum Selbstausdrucken oder zum Bestellen) und ihrer ganz individuellen BICD-Nummer aus und entlässt sie anschließend in die Freiheit.

Zum Beispiel in einem Bahnhofsschließfach oder auf der Parkbank oder im Zoo oder im Café ...
Manche Cafés und auch Büchereien haben inzwischen richtige Bookcrossing-Regale aufgebaut. Im Idealfall wird der Finder auf die Seite bookcrossing.com gehen, die BCID eingeben und kurz erzählen, wo er das Buch gefunden hat, wie es ihm gefiel und an wen er es weitergegeben / oder wo er es wieder freigelassen hat. So gehen die Bücher um die Welt.

Wenn man ein bestimmtes Buch haben will, kann man sogar danach suchen und dem Eigentümer eine liebe Tauschanfrage schicken. Büchersendungen kosten bei der Post nämlich nur 65 Cent ;-D

Sachen gibt's!

So, nun nach längerer Abstinenz auch mal wieder ein Beitrag von meiner Seite. Folgendes trug sich vor kurzem in einer großen bayerischen Universitätsbibliothek zu:

Eine Studentin betritt schwer atmend mit 2 großen Paketen den Raum, schaut sich suchend um und kommt schließlich auf mich zu. "Kann ich die Pakete hier abgeben?" Ich schaue sie verwundert an und antworte "Tut mir leid, das hier ist nicht die Post, hier können Sie keine Pakete abgeben." Die Studentin beharrt drauf, dass sie aber im Internet gelesen hätte, dass genau hier in dieser Straße eine Postfiliale sei. Sie wäre auch schon in der Poststelle der Universität gewesen, doch die würden nur dienstliche Sachen annehmen. Ich kann widerum nur sagen, dass man hier definitiv keine Post abgeben kann. "Wo ist denn dann bitte die nächste Filiale?" Ich weise sie auf die Filiale am Bahnhof hin, da das die nächste sei die mir jetzt grad einfiele. Ziemlich verzweifelt darüber, dass sie die nicht gerade leichten Pakete nun noch weiter schleppen musste, verließ sie den Raum.

Zur Aufklärung: Irgendwie hat das ganze meinen bibliothekarischen Spürsinn geweckt. Es hat mich einfach interessiert, wie sie denn darauf kommt, dass hier eine Postfiliale wäre. Also habe ich im Internet auf der Seite der Deutschen Post nachgesehen. Und siehe da: Da stand tatsächlich etwas von einer Zweigstelle in der Universitätsstraße. ABER im Kleingedruckten stand auch, dass man in dieser Zweigstelle nur Briefmarken kaufen kann....

Wer lesen kann, ist halt doch klar im Vorteil!

Dienstag, 6. Juli 2010

Welt-Kuss-Tag

Welt-Kuss-Tag? Hä?
Was hat ein Tag an dem man die Welt bzw. deren Einwohner küssen sollte / wollte mit Bibliotheken zu tun?

Eine kreative Antwort dazu liefert "Freihändig".

Gibt's den Weltkusstag auch als Computerspiel?

Gefunden bei blogbibliothek.ch

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Die Bibliotheks - Drachen

Von Bibliotheken, Drachen und Leseratten

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Wer wir sind

Wir sind zwei Bibliotheksassistentinnen, im Volksmund auch "Bibliotheksdrachen" genannt, aus Bayern. Drache1 arbeitet in einer kleinen Museumsbibliothek, während Drache2 in einer großen Universitätsbibliothek arbeitet. Beide Bibliotheken möchten wir aus Gründen der Anonymität nicht mit Namen nennen.

Was wir wollen

Wir möchten mit diesem Blog über die Arbeit, die Bibliotheken und Bibliothekare tagtäglich leisten, berichten. Außerdem möchten wir Lesetipps geben, besonders schöne Bibliotheken vorstellen und Vorurteile gegen unseren Berufsstand entweder bestätigen oder hinwegfegen ;-D

Wieso "Bibliotheksdrachen"?

Verzweifelter Ausruf eines angehenden Doktoranden: "Je älter und wertvoller das Buch, desto größer der Drache, der es bewacht."

Bibliothek geöffnet seit

Online seit 246 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 17:16

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